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Marktöffnungs- initiative

Postmarktöffnung

Der Postmarkt wird in der Europäischen Union schrittweise liberalisiert. Ab 1.1.2006 wird die Gewichtsgrenze für Objekte, für welche der Universal- postdienstleister das ausschliessliche Zugriffsrecht behält (reservierter Bereich) von 100 Gramm auf 50 Gramm gesenkt werden. Im Zuge dieser Ent- wicklung wird die Schweizer Post nicht umhin kommen, strategische Anpassungen vorzunehmen. Ferner wird man sich dem generellen Liberalisierungsdruck nicht entziehen können, insbesondere einfach deshalb, weil die Europäische Union in weiteren bilateralen Verhandlungen überall dort eine Anpassung der verschiedenen Regulierungsbereiche verlangen wird, wo grenzüberschreitende Aktivitäten stattfinden. Es ist mehr als nur einleuchtend, dass die Post einer dieser Bereiche ist. Und es ist kaum denkbar, dass sich die Schweizer Post im Ausland ungehindert auf die durch die Liberalisierung freigewordenen attraktive Marktsegmente stürzen darf (cherry picking), wenn umgekehrt ausländische Postdienstleister in der Schweiz vor einem weitgehend verschlossenen Markt stehen.

 

Es gibt im Wesentlichen zwei Modelle, den Postmarkt zu liberalisieren, die sich allerdings erheblich unterscheiden:

 

1. Punkt - zu - Punkt Liberalisierung: Die EU hat dieses Marktöffnungsmodell gewählt. Es sollte zu parallel existierenden Netzwerken führen, welche die gesamte Leistungspalette - angefangen von der Posteinsammlung bis zur Auslieferung  - in freier Konkurrenz anbieten. Es wird sich noch zeigen müssen, ob dieses Ziel erreicht werden kann.

 

2. Liberalisierung von Teilbereichen mit abgestufter Zugangsgewährung

  • verhandelter Zugang (negotiated access)
  • regulierter Zugang (regulated access)

Diese Modell belässt einen Teilbereich der Dienstleistungen (insbesondere die Kerndienstleistung der Austragung von Post ab Sortierzentrum bis an den Empfänger) unter dem Monopolbereich und definiert die Stellen, an denen privatwirtschaftliche Dienstleister ihre zu befördernden Produkte einspeisen können. Die Konditionen dieser Einspeisung ins Netzwerk können nicht dem Inhaber des (nach wie vor einzigen) Netzwerkes (die Post) überlassen werden, sondern müssen durch einen ex ante Regulator aufgrund kostenbasierender Überlegungen festgelegt werden, so dass ein diskriminierungsfreier Zugang für alle gewährleistet wird.

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